
Korach
für die Woche bis zum 30 Siwan 5757; 4 & 5 Juni 1997
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Inhaltsangabe
Korach, Dassan, Aviram und 250 der Häupter Israels rebellieren
gegen die Autorität von Mosche und Aharon. Die Rebellen
werden am Ende von der Erde verschlungen. Viele im Volke beklagen
den Tod Korachs und seines Gefolges, und machen Mosche dafür
verantwortlich. Haschems Zorn äußert sich in einer
Pest, welche die Israeliten befällt, und viele Tausende sterben.
Mosche vermittelt wiederum für das Volk und beordert Aharon,
fuer sie Sühne zu vollziehen, und die Pest hält inne.
Haschem gebietet,daß Stäbe, die mit dem Namen je eines
Stammes beschriftet sind, in den Mischkon, das Stiftzelt gebracht
werden. Am Morgen hatte der Stab Levis,der Aharons Namen trug,
gesproßt er brachte eine Blüte hervor, trieb Knospen
und zeigte Mandeln. Dies galt als eine G-ttliche Bestätigung,
daß der Stamm Levi für die Priesterschaft erwählt
war und als Beweis für Aharons Position als Kohen Hagodol,
als Hohepriester. Die spezifischen Pflichten der Levijim und
Kohanim werden aufgezählt. Den Kohanim war es nicht erlaubt,
Landbesitzer zu sein, vielmehr sollten sie ihre Nahrung durch
die Verzehntung und andere Gaben vom Volk zu überbringenden
erhalten. Ferner werden in der Parscha dieser Woche Gesetze der
Erstlingsfrüchte, der Auslösung des Erstgeborenen und
anderer Darbringungen gelehrt.
Kommentare
"Und sie versammelten sich wider Mosche und Aharon
und sie sprachen zu ihnen: 'Zuviel für euch !...'"
(16:3).
Jaakow arbeitete so sehr an sich selbst, bis er empfand: 'Ich
habe alles', während Esow sprach: 'Ich habe eine Menge',
andeutend, daß er nicht all seine Bedürfnisse erfüllt
hat. Zufrieden zu sein mit dem, was man hat, bedarf eines innigen
Verständnisses des wahren Inhalts der Welt und eines Sinnes
für Werte. Im tiefsten Sinne ist dies mit reiner Wahrheit
verbunden, dem Mittelpunkt in Jaakows Persönlichkeit. Die
Haltung in sich zu tragen, daß, 'was immer ich nicht habe,
benötige ich nicht', und nur nach spirituellen Werten zu
streben, erfordert eine reine Haltung von Wahrheit. Korach bemängelte,
daß Mosche die Einstellung Esows 'Ich habe eine Menge' besäße.
Wenn Mosche alle Macht für sich beanspruchte, so mußte
er wohl empfinden, daß er nicht vollkommen sei. 'Die Gemeinde
jedoch ist heilig', daß heißt, sie alle sind auf der
geistigen Stufe Jaakows: 'Ich habe alles'. Warum sollte demzufolge
Mosche anstreben, über eine Gruppe von Menschen zu regieren,
welche eine höhere geistige Ebene erreicht haben als die
seine? Mosche erwiderte: Ihr seid es, die eine Menge begehren,
und Haschem wird enthüllen, wessen Position die Wahrheit
reflektiert, und wessen Verlangen den Hang zur Macht und zum Ruhm
birgt.
(Adaptiert vom Chasam Sofer)
"Denn die ganze Gemeinde,sie alle sind heilig"
(16:3).
Korachs Rebellion ist die erste Bewegung in der Geschichte unseres
Volkes, die beabsichtigte, die Thora Mosches zu 'reformieren'.
Korach und sein Gefolge leugneten nicht, daß die Thora
von Haschem war. Wie konnten sie?! Sie hatten doch auch am Sinai
gestanden. Vielmehr versuchten sie, Mosches Autorität zu
zerstören, indem sie erklärten, da 'die ganze Nation
Haschem am Sinai reden hörte, sind wir alle heilig und imstande,
die Thora selbst zu interpretieren'. Korachs Ansicht, daß
jeder Einzelne die Fähigkeit besitzt, zu bestimmen, welche
Anwendung die Thora bei ihm findet, wurde zum Präzedenzfall
des Angriffes vieler von der Thora abweichender Gruppen in der
Geschichte. Dies ist ein schwerer Fehler. Wir müssen dem
Weg der Thora folgen, wie sie von Gelehrtem zu Gelehrtem in jeder
Generation überliefert wird. Die Thora ist so komplex, daß
diejenigen, die nicht vollkommen in ihre Lehren eingetaucht sind,
sie leicht entstellen können. Wir haben uns immer auf die
Weisen in jeder Generation zu verlassen, um die Thora in unserer
modernen Ära auszulegen und anzuwenden.
(Adaptiert von Row Mosche Feinstein)
"Und wenn Haschem eine neue Schöpfung schaffen
wird..." (16:30).
Mosche glaubte nicht, daß ein Erdbeben, das die Erde spaltet
und jene verschlingt, die an diesem Orte stehen, besonders erstaunlich
sei. Gewiß war dies kein außergewöhnliches Ereignis
nach tausenden von Jahren historischer Erfahrung mit Erdbeben.
Wenn die Erde sich spaltet, verharrt sie für gewöhnlich
offen in dieser Stellung als monumentales Zeichen des sich ereigneten
Unglücks. Allerdings prophzeite Mosche vorher, daß
die Erde sich spalten und die auf ihr Stehenden verschlingen würde,
um sich unmittelbar danach wieder zu schließen, so daß
der ganze Vorgang gleich einem menschlichem Mund erscheinen würde,der
eine kleine Frucht schluckt. Dies wäre ein wahrlich ungewöhnliches
Geschehen, besonders dann, wenn es sich wie vorhergesagt ereignete
- unmittelbar unter ausschließlich denen, die Mosches Autorität
bestritten.
(Nach Ramban)
"Am Morgen wird Haschem kund tun, wer ihm angehört
und wer heilig ist..." (16:5).
Mosche wollte, daß Korach und seine Partner die Angelegenheit
"noch einmal überschlafen". Da die Entscheidung
Haschems nur zur Vernichtung der Rebellen führen konnte,
sollte ihnen Zeit zur Besinnung gegeben werden, insbesondere in
der Ruhe und Zurückgezogenheit der Nacht, wo jeder mehr auf
den Umgang mit den Seinen und dem eigenem Innern konzentriert
und dem Einfluß verführender Genossen entzogen ist.
Zugleich wollte Mosche die Zeit zur Ermahnung der Verirrten benutzen,
wie der weitere Verlauf zeigt. In der Tat fehlt auch im entscheidenden
Momente On, den nach der Überlieferung seine Frau von weiterer
Teilnahme am Putsch zurückhielt. Sie erfüllte so den
Ausspruch der Weisen, daß: "Wenn ein Mensch verdienstvoll
ist, wird ihm seine Frau beistehen, und wenn er es nicht ist,
wird sie ihm entgegen treten." Ebenso ermannten sich noch
im Momente der Katastrophe die Söhne Korachs zum Besseren
und blieben von dem den Vater ereilenden Untergang verschont.
(Rabbi S.R. Hirsch)
Gedanken zu den Sprüchen der Väter:
Abschnitt 4
"Grüße jeden Menschen zuerst,sei lieber der Letzte bei
den Löwen,als der Erste bei den Füchsen."
Rabbi Mathithja ben Cheresch - Perkej Awos 4:15.
Zeige jeder Person Respekt - selbst dem Nichtjuden und Jemandem
von geringerem Rang -,wenn man aber Freunde wählt, suche man die
Gesellschaft achtbarer Personen.Selbst wenn dies bedeutet,der
Geringste in ihrem Kreise zu sein, ist es doch besser,als einer
Erupe unrespektabler Menschen beizutreten und der Geachtetste
unter ihnen zu sein.
(Tiferas Isroel)
Die Wahl des Fuchses als Symbol für Minderwertigkeit, Soll uns
vor Nachlässigkeit in unserem Lernen wornen. Fleiß im Lernen
wird die Notwendigkeit zunichte machen, sich auf schlaue,
fuchs-ähnliche Strategien zu stützen, um der Beste unter unseren
Lernpartnern zu werden, wie sie z. B. damit aus der Ruhe zu
bringen, indem man was sie sagen lächerlich macht.
(Midrasch Schmuel zitiert in Tosefos Jom Tow,Brochos 8a)
Written and Compiled by
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