
Chukas
für die Woche bis zum 7 Tamuz 5757; 11 & 12 Juli 1997
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Inhaltsangabe
D"Wenn ein Stein, der nicht versteht, dennoch das Wort Haschems
ausführen kann, so wird ein Mensch...gewiß schließlich
fähig sein..."
ie Gesetze der Parah Adumah (rote Kuh) sind im Detail aufgeführt,
, welche zur rituellen Reinigung für jemanden, der mit dem
Tode in Berührung gekommen ist, benötigt wurden. Nachdem
die Nation nahezu 40 Jahre in der Wüste "wanderte"
stirbt Mirijam, und wird in Kadesch begraben. Das Volk klagt
über den Verlust der Wasserversorgung, welche bis dahin wegen
Mirijams Rechtschaffenheit auf übernatürliche Weise
von Haschem gewährt wurde. Aharon und Mosche beten um das
Wohlergehen des Volkes. Haschem gebietet ihnen, die Nation in
Meriwah zu versammeln und zu einem bestimmten Felsen zu reden,so
daß dieser Wasser hervorbringe. Verunsichert durch den
Mangel an Glauben im Volke, schlägt Mosche den Felsen, anstatt
zu ihm zu reden. So schlägt die beabsichtigte Vorführung
der Allmacht Haschems über die Welt durch Mosche und Aharon
fehl. Diese Demonstration wäre erreicht worden, wenn der
Fels in Folge der Rede Wasser hervor gebracht hätte. Daher
sagt Haschem Mosche und Aharon, daß es ihnen nicht gestattet
werde, das Volk in das Land zu führen. Die Kinder Israels
setzen ihre Wanderung fort, nehmen jedoch nicht den direkten Weg
nach dem Lande Israel, da der König von Edom, ein Abkömmling
Esows, ihnen den Durchzug durch sein Land verwehrt. Als sie den
Berg Hor erreichen, stirbt Aharon, und sein Sohn Elasar wird mit
seinen priesterlichen Gewändern und Verantwortungen betraut.
Aharon war vom ganzen Volke innig geliebt, und es hält eine
Zeit der nationalen Trauer von 30 Tagen. Die Kinder Israel kämpfen
mit Sichon, dem Ammoriten, der sie eher bekriegt, als ihnen zu
gestatten, durch sein Land zu ziehen. Als Resultat dessen erobern
die Kinder Israels das Land Sichons, welches dieser ursprünglich
den Ammoniten auf dem östlichen Ufer des Jordan-Flusses abgenommen
hatte.
Kommentare
"Dies ist das Gesetz der Thora..." (19:2)
Die Mitzwos (Gebote) in der Thora können in drei verschiedene
Kategorien unterteilt werden, wie sie in der Peßachhaggada
durch den weisen Sohn benannt werden: Zeugnisse, Gesetze und
Rechtsvorschriften. Rechtsvorschriften sind rationale Mitzwos,
welche jede Kultur entwickeln könnte und sollte, wie Bestimmungen
gegen Diebstahl, Unsittlichkeit und Mord. Zeugnisse sind Mitzwos,
welche rational sind, wenn man die Geschichte unseres Volkes akzeptiert,
denn sie bekunden die Ereignisse in unserer nationalen Geschichte
- wie sich auf den Exodus beziehende Mitzwos, welche während
des Sederabends ausgeführt werden. Gesetze befinden sich
außerhalb des menschlichen Verstehens, und nur manchmal
ist es uns vergönnt, auch nur zu erraten, wie diese Art von
Mitzwos uns beeinflussen mag; wie das Verbot, Wolle und Leinen
zu vermischen, oder die Mitzwah für einen Ehemann, sich von
seiner Frau während ihres Zykluses getrennt zu halten, bis
daß sie zur angemessenen Zeit die Mikwah besucht hat. Selbst
die Parah Adumah, das klassische 'Gesetz der Thora', war der Gegenstand
zahlreicher Erklärungen für die sich scheinbar widersprechenden
Einzelheiten in der Ausführung dieses Reinigungsrituals.
Das Wesen dieser Mitzwah wurde jedoch nur Mosche offenbart.
Als König Salomon, der begabteste Gelehrte in der Geschichte
des Jüdischen Volkes, das Studium aller anderen Teile der
Thora beendete, glaubte er, daß er sie bis in alle Einzelheiten
verstünde. Als er jedoch sein Studium der Parah Adumah vollendete,
erkannte er, daß es ihm mit all seinem Scharfsinn und seiner
Gelehrsamkeit nicht möglich war, dieses klassische Gesetz
wirklich zu ergründen. Er gelangte dann zu dem offensichtlichen
Schluß, daß wahrscheinlich auch alle anderen Mitzwos,
selbst die rationalsten der Rechtsvorschriften, auf tieferen Gründen
beruhen, die sein menschlicher Verstand nicht durchdrungen hatte.
(Nach Chanukas HaThora)
"Und er schlug den Felsen mit seinem Stabe... Und Haschem
sprach 'Weil ihr mir nicht geglaubt, mich zu heiligen...' "
(20:11-12)
Wir müssen immer Worte der Thora und der Ethik selbst zu
demjenigen sprechen, von dem wir meinen, er verstünde überhaupt
nichts, bis daß am Ende all unserer Bemühungen er zu
Wissen und Verständnis gelangen wird, allein als Resultat
des bloßen Umfanges der vor ihm gesprochenen Thora. Ein
Mensch sollte niemals verzweifeln, und es nicht unterlassen, sein
Kind zu unterrichten, selbst wenn es ihm erscheint, daß
das Kind nicht verstehe; vielmehr muß er das Kind alles
lehren und erklären, soweit wie es die Zeit erlaubt, bis
das Kind versteht und auszuführen vermag, was es gelehrt
wurde. Wenn ein Stein, der nicht versteht, dennoch das Wort Haschems
ausführen kann, so wird ein Mensch, selbst wenn es scheint,
er verstünde nicht, gewiß schließlich fähig
sein, die ihm gegebene Lehre aufzunehmen.
(Row Mosche Feinstein)
"Und Mosche sandte Boten aus... 'So laß uns
doch durch dein Land ziehen' ...Und die Kinder Israels sagten
'Laß uns die gewundenen Wege hinaufziehen' ...Und Edom trat
ihm entgegen..." (20:14-20)
Die Kinder Israel und Mosche unterbreiten Edom verschiedene Pläne
und ernten Erwiderungen, die zu unterschiedlichen Einstellungen
im Umgang mit Edom und seinen Kulturverwandten während unseres
Exils führen werden. Mosche sagt: Wir wollen nicht in deine
'Felder' gehen, um eure Berufe zu ergreifen; noch in deine 'Weinberge',
mit euch geselig sein; wir werden entlang der 'Hauptstraße'
ziehen, Integration vermeidend. Wir werden nicht von deinem 'Wasser'
trinken, indem wir eure Lehren und Werte teilen, noch werden wir
nach rechts, oder links von unserer Tradition abweichen. Edom
schreckte vor dieser extremen Vorstellung von Seperation zurück,
beabsichtigte jedoch nicht, das Volk anzugreifen. Die Massen
haben eine ander Auffassung als Mosche, als sie Edoms Zurückweisung
solcher 'Ghettobildung' sehen. Sie teilen Edom mit, daß
sie bereit seien auf den gewundenen Wegen der Integration in die
Kultur ihrer Gastherren zu gehen und selbst für das Recht
zu bezahlen, die Lehren, die Edom anbietet, aufzunehmen. Edom
hört diese Botschaft der Untergebenheit,und nur dann führt
er seinen Kampf.
(Rabbi Jerucham Uziel Milewsky)
Haftorah: Richter 11:1-33
Die Haftorah bietet uns einen der ältesten und interessantesten
Wechsel diplomatischer Mitteilungen,welcher sich auf die Ereignisse
in dieser Parscha stützt. Der König der Ammoniter behauptet,
daß als die Kinder Israel aus Ägypten zogen, sie sich
unter der Führung Mosches das Land seiner Nation angeeignet
hätten. Er fordert "Land gegen Frieden". Jiftach,
das von den betroffenen Gebieten gewählte Oberhaupt, weist
das unberechtigte Ansinnen des Ammoniterkönigs mit den Hinweis
zurück, daß die geforderten Gebiete sich zur Zeit der
Besitznahme durch die Kinder Israel in Sichons Besitz befanden,
der sie als König der Ammoriter früher erobert hatte.
Sichon hatte Israels Bitte um Durchzug mit einem nicht provozierten,
unverfrorenen Angriff beantwortet, und war vollkommen überwältigt
worden. Sichon weigerte sich anzunehmen, daß Israels Absichten
gegen sein Land friedvoll waren, und entschied sich vielmehr,
die Kinder Israel zu bekämpfen.
(Nach Rabbi Mendel Hirsch)
Gedanken zu den Sprüchen der Väter:
Abschnitt 5
"Der Weise spricht nicht vor einem, der größer
als er an Weisheit, und er fällt einem anderen nicht ins
Wort." -Perkej Awos 5:7.
Wenn er einen Gegenstand mit einem anderen erörtert, wartet
der Weise, bis daß die andere Person alles, was sie zu sagen
hat vollendet hat, und er wird nur dann antworten,wenn er etwas
hat, die vorgebrachten Äußerungen zu bestreiten. Er
wird einem anderen nie das Wort abschneiden, da dies jenen verwirrt
und ihn hindert, sich richtig auszudrücken. Letztendlich
wird der Weise bereit sein, der Wahrheit zuzustimmen, ganz gleich,
von wem sie kommt.
Ebenso ist es ein schlechtes Verhalten, einen Studienpartner oder
Schüler zu beleidigen, ihn einfach so zu unterbrechen, wie
um zu sagen, daß kein Wert in seinen Worten ist. Nur Überheblichkeit
kann solches Benehmen erklären.
(Tiferas Isroel)
Written and Compiled by
Rabbi Yaakov Asher Sinclair
General Editor:
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